Therapie- und Beratungsstelle für Verhaltenssucht

(Glücksspielsucht, Kaufsucht, Sexsucht, etc.)

Unser Angebot:

Beratung und Therapie für Betroffene von

– Mediensucht (siehe auch Therapie- und Beratungsstelle für Mediensucht)
– Glücksspielsucht
– Kaufsucht,
– Sexsucht

• Beratung für Angehörige, Partner oder Freunde
• therapeutisch geleitete Gruppen für Betroffene
• Gesprächsgruppen für Angehörige
• erlebnispädagogische Aktivitäten
• Informationsveranstaltungen; auf Anfrage führt das Institut Vorträge und Seminare für Fachleute, Schulen und Interessierte durch.

Erstberatung/Informationsgespräch

Im Rahmen eines persönlichen Erstkontakts wird mit den Betroffenen und/oder Angehörigen die gegenwärtige Situation abgeklärt, eine Erstberatung durchgeführt und notwendige weitere Schritte gemeinsam erarbeitet.

Das Beratungs- und Behandlungskonzept beinhaltet

• Erst- und Motivationsgespräch
• Psychosoziale Beratung und Betreuung von Betroffenen und Angehörigen
• Informationsvermittlung
• Individuelle Analyse des Suchtverhaltens
• Erhebung der Einfluss- bzw. der auslösenden Faktoren
• Kurz- und langfristige Konsequenzen des Suchtverhaltens
• Selbstwert- und Ressourcenstärkung der/des Betroffenen
• Erlernen von alternativen Verhaltensweisen und Problemlösungsstrategien
• Erhebung und Behandlung von psychischen Begleiterkrankungen
• Krisenintervention
• Rückfallprophylaxe

Kontakt und nähere Informationen
Psychotherapeutische Universitätsambulanz der
Sigmund Freud PrivatUniversität Wien
Institut für Verhaltenssüchte
Salztorgasse 5, 1. Stock
1010 Wien

Kontakt:
Alexandra Hondl
Telefon: 0664/11 88 222
verhaltenssucht@sfu.ac.at

Leitung:
Dr. Dominik Batthyány
dominik.batthyany@sfu.ac.at

Was ist eine Verhaltenssucht?

Bei einer Verhaltenssucht werden keine Substanzen von außen zugeführt bzw. eingenommen. Der für eine Abhängigkeitsentwicklung notwendige positive psychische Effekt stellt sich durch körpereigene biochemische Veränderungen, die durch die exzessive Durchführung einer bestimmten Verhaltensweise ausgelöst werden, ein.

Vergleichbar mit dem Effekt beim Gebrauch von bewusstseinsverändernden Substanzen (z.B. Alkohol) kann das exzessive Verhalten als besonders belohnend (stressreduzierend, stimmungsverbessernd) empfunden werden und bewirken, das Leben für den Betroffenen kurzfristig erträglicher erscheinen zu lassen. Die Betroffenen erfahren, dass sie mit bestimmten Verhaltensweisen oder Gebrauchsmustern schnell und effektiv Gefühle im Zusammenhang mit Frustrationen, Unsicherheiten und Ängsten regulieren bzw. verdrängen können. Im Laufe der Suchtentwicklung rückt das exzessive Verhalten zunehmend in den Lebensmittelpunkt und wird unkontrollierbar. Der Rückzugsraum bläht sich im Leben des Betroffenen auf und nimmt ihn gefangen. Alternative Verhaltensweisen bzw. angemessene Stressverarbeitungsstrategien für schwierige oder als Stress erlebte Lebenssituationen werden nicht entwickelt, sondern treten in den Hintergrund und werden verlernt. Die Aufmerksamkeit fokussiert sich auf den nächsten Rauschzustand, soziale Beziehungen, Interessen und andere Bezugspunkte des Lebens reduzieren sich, die Arbeitsleistung sinkt, die Betroffenen können verwahrlosen – eine Spirale beginnt sich zu drehen. Die Suchterkrankung wird zur existenziellen Not.

LITERATURHINWEIS:
Rausch ohne Drogen
Substanzungebundene Süchte
Batthyány, Dominik; Pritz, Alfred (Hrsg.)
Springer WienNewYork 2009
ISBN: 978-3-211-88569-7